"Durch Leistung zum Typ"   .... das züchterische Erfolgskonzept einer Rasse

Die Entstehung der Rasse Deutsch-Drahthaar geht an den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück, und die grundlegende Idee, die zur Züchtung dieser neuen Rasse führte, ist bis heute für die Deutsch-Drahthaar-Zucht entscheidend:
Braunschimmel
Es ging damals darum, einen möglichst vielseitigen und leistungsstarken Jagdgebrauchshund zu züchten, der außerdem mit seinem dichten und harten Haar und einer kräftigen körperlichen Konstitution gegen die Unbilden des Wetters aber auch gegen Dornen und Brennnesseln, gegen die stechende Sitkafichte und das schneidende Schilf gefeit sein sollte. Das Streben nach Vielseitigkeit bedeutete, daß sowohl im Wasser, bei der Jagd auf Enten, als auch im Feld, wo es Hühner, Fasanen und Hasen vorzustehen und nach ihrer Erlegung zu apportieren galt, gute und unermüdliche Arbeit geleistet werden mußte.
Vor allem auch im Walde, wo große Dickungen durchstöbert wurden und wo ein krankes Wild vielleicht über lange Strecken verfolgt werden mußte, damit es zur Strecke kam, war ein passionierter und arbeitsfreudiger Hund gefragt. Die deutschen Jäger forderten also von ihrem Hund viele unterschiedliche Leistungen und unterschieden sich darin von den Engländern, die für das Vorstehen – also das Anzeigen – des Wildes einen anderen Hund – z.B. den Pointer - einsetzten, als für das Apportieren, für das z.B. der Retriever Verwendung fand.
Brauner Rüde
So wurden um 1900 aus den Hunderassen mit rauem Haar die  jagdlich besten Hunde ausgewählt, um die neue Rasse "Deutsch Drahthaar"  zu gründen. Der Deutsch-Stichelhaar, der Pudelpointer,  und der Griffon bildeten den Grundstock. Hinzu kamen noch Einkreuzungen des Deutsch-Kurzhaar, dessen Fell zwar nicht dem Standard der
neuen Rasse entsprach, durch dessen Blut aber die Leistungen des Deutsch-Drahthaar bei der Suche und dem Vorstehen im Feld verbessert werden sollten.
Eine imposante Erscheinung

Der Freiherr Sigismund von Zedlitz und Neukirch (1838-1903), auch „Hegewald“ genannt, hatte immer gefordert, die Leistungsfähigkeit des Jagdhundes zum obersten Zuchtziel zu erheben. Seine Gedanken wurden zum Prinzip der Deutsch-Drahthaar-Zucht. Ihm zu Ehren wird jährlich die „Hegewald-Zuchtprüfung“ durchgeführt, auf der die leistungsstärksten Junghunde präsentiert werden.
Der Deutsch-Drahthaar ist zum verbreitetsten Jagdgebrauchshund in Deutschland geworden, und mit ca. 3500 Welpen pro Jahr braucht er auch den Vergleich mit keiner anderen Hunderasse zu scheuen. Die Geschichte der Deutsch-Drahthaar-Zucht ist mit ihrem Motto "... durch Leistung zum Typ" eine Erfolgsgeschichte geworden ist.