Zu Gast in Sachsen |
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war in diesem Jahr die Drahthaar-Familie anlässlich der Zuchtwartetagung und Zuchtrüdenvorstellung des VDD. Wie der erste Vorsitzende der Gruppe Freistaat Sachsen Herr Uwe Braunert feststellte, liegt die letzte Veranstaltung des VDD bei der Gruppe Feistaat Sachsen schon einige Jahrzehnte zurück. Um so erfreulicher und gelungener waren diese beiden Veranstaltungen in diesen Februartagen. Gerade für Gruppen, für die eine Ausrichtung der Hegewaldzuchtprüfung nicht möglich ist, sind die Zuchtwartetagung und Zuchtrüdenvorstellung eine sehr gute Möglichkeit, sich aktiv in das Vereinsleben des VDD einzubringen und ihre Gruppe und deren Arbeit in den Mittelpunkt zu rücken. Die Tagung wie auch die Vorstellung der Zuchtrüden war bestens vorbereitet und sehr gute Räumlichkeiten ausgesucht worden. Der „grüne Abend“ am Vorabend der Zuchtrüdenvorstellung war der gesellige Höhepunkt an diesem Wochenende. In entspannter und gemütlicher Runde genoss die Drahthaar-Familie dieses Zusammentreffen. |
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Bilder zur Zuchtrüdenvorstellung von Thomas Kippenberg
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Die Zuchtwartetagung ist eine Fachtagung der Gruppenzuchtwarte und Vorsitzenden, um aktuelle und richtungsweisende Themen in der Zucht unseres Deutsch-Drahthaar zu beraten und zu diskutieren. Sie ist die einzige Möglichkeit, vor der Hauptversammlung des VDD und dem Verbandstag des JGHV, Anträge und Beschlussvorlagen eingehend zu erörtern. Die Zuchtwartetagung kann keine Beschlüsse fassen aber durch intensive Beratungen Empfehlungen geben. Insofern sollte dieser Tagung auch die nötige Aufmerksamkeit und wenn nötig auch Zeit gegeben werden. So konnte über anstehende Themen und Wortmeldungen nicht ausreichend gesprochen werden. Zu Beginn der Tagung hielt Frau Dr. Helga Eichelberg, Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung e.V. und Obfrau für Gesundheit und Wissenschaft im VDH, einen vielbeachteten Vortrag über „Zeitgemäße Hundezucht“. Dabei ging sie zunächst auf einige Grundlagen der Genetik ein, ohne die ein Verständnis der Vererbung nicht möglich ist. Bei der Entstehung neuen Lebens geben beide Elternteile je die Hälfte ihres Erbgutes an das neue Individuum weiter. Somit liegt die Verantwortung in der Zucht zu gleichen Hälften beim Rüden wie auch bei der Hündin. Die verschiedenen Hunderassen sind reine Kunstprodukte des Menschen, die durch sexuelle Isolation entstanden sind. Somit tragen wir die Verantwortung für die Rassen, deren wir bei der Zuchtplanung und Verpaarung gerecht werden müssen. Man unterscheidet in der Genetik zwischen dem Phänotyp, also dem Erscheinungsbild eines Individuums, und dem Genotyp. Der Genotyp ist die Gesamtheit des genetischen Erbmaterials. In der Zucht orientieren wir uns fast ausschließlich am Phänotyp, da der Genotyp für uns nicht sichtbar ist. Ausnahmen können Gentest sein, die sich auf Merkmale beziehen, die nur von einem Gen abhängig sind. Andere Merkmale, wie die HD und die OCD, werden von mehreren Genen (polygene Erbgänge) bestimmt. Neben dieser genetischen Disposition sind für die Merkmalsausprägung immer Umwelteinflüsse verschieden stark verantwortlich. So können beispielsweise Umwelteinflüsse bei entsprechender Veranlagung die Ausprägung der HD fördern. Wichtig ist daher weiterhin, Hunde mit entsprechenden fehlerhaften Merkmalen (Merkmalsträger) von der Zucht auszuschließen. Ein Selektion nach Anlageträgern (Genotyp) ist hingegen sehr schwierig und würde zudem zu einer deutlichen Verringerung der Zuchtbasis führen mit daraus resultierenden nicht vorhersehbaren Folgen. Entgegen der Nutztierzucht ist gerade die Zucht von Gebrauchshunden besonders schwierig, da wir nicht die Optimierung nur eines Merkmals anstreben. Unsere Hunde müssen leistungsstark, gesund, wesensfest und einen für die ausdauernde Bewegung geeigneten optimalen Körperbau haben. Frau Dr. Eichelberg verwies besonders auf die Bedeutung der Leistungskomponente. Mangelnde Leistung lässt sich züchterisch nur schwer wieder herstellen. Ein hohes Leistungsvermögen ist ohne eine sehr gute Ausprägung der anderen Merkmalen kaum möglich. |
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| Im weiteren Verlauf ihres Vortrages ging Frau Dr. Eichelberg auf die Möglichkeit der Inzucht-Verpaarung in der Hundezucht ein. Dabei werden gewünschte Merkmale homozygot (reinerbig). Allerdings treten auch unerwünschte Effekte auf. Es kommt zu Genverlusten, Häufung von Defekten und Inzuchtdepressionen wie Vitalitäts- und Fitnessverlust. Ausgehend davon, dass all unsere Hunde mehr oder weniger mit einander verwandt sind, sollten mögliche Paarungen deshalb nicht zu enge verwandtschaftliche Verhältnisse haben. Zur besserer Planung stellte Frau Dr. Eichelberg den Ahnenverlustkoeffizient (AVK), eine einfache Möglichkeit zur Berechnung des Inzuchtverhältnisses, vor. Ein AVK über 80% stellt nach Aussage von Frau Dr. Eichelberg keine Probleme dar. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Entscheidend für eine gesunde und stabile Rasse ist eine große Zuchtbasis und es sollte alles unternommen werden, um diese zu erhalten. Maßnahmen dafür sind die Vermeidung von zu intensiver Linienzucht, eine Deckbeschränkung für Rüden, wie sie in der Zuchtordnung des VDD verankert ist und mehr Mut zum Einsatz von linienfremden Rüden in der Zucht. Als Methoden moderner Hundezucht nannte Frau Dr. Eichelberg strenge Zuchtvoraussetzungen, die Eingrenzung von Unerwünschtem durch Selektion, Zuchtwertschätzungen und molekulargenetische Methoden. In diesem Zusammenhang sprach sie sich noch mal vehement dafür aus, Merkmalsträger von der Zucht auszuschließen, was am Beispiel der OCD deutlich gemacht wurde. Hier sind operierte Hunde von der Zucht auszuschließen. Nach Aussage von Dr. Schunk wurde bei 10% der zur Untersuchung eingereichten Röntgenbilder eine OCD festgestellt. Man kann nur an die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit aller appellieren, operierte Hunde, Hündinnen wie auch Deckrüden, nicht einzusetzen. Frau Dr. Eichelberg schloss mit den Worten:“ Vergessen wir die alten Hunde nicht! Junge Hunde erhalten ihre Zuchttauglichkeit. Sie gefallen ihrer Jugend wegen. Wir wissen nicht, wie sie sich um Laufe ihrer Zuchtkarriere verändern. Ein alter Hund, der noch fit ist, hat nachweislich günstige Gene und sollte gezielt in der Zucht eingesetzt werden. Und was braucht man noch zur erfolgreichen Zucht? Ein Quäntchen Glück!“ | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bei Frau Dr. Eichelberg für diesen hervorragenden Beitrag zu unserer Zuchtwartetagung bedanken. Er hat bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen und für viel Gesprächsstoff gesorgt. Der Zuchtwartetagung lag der Bericht der Zuchtbuchführerin Heide Haverland vor. Danach sind im vergangenen Zuchtjahr 435 Würfe mit 3311 Welpen gefallen. Zur Zucht eingesetzt wurden 218 verschiedene Rüden. In der Spitze wurden 1 Rüde 7 mal eingesetzt, 12 Rüden 6 mal und 9 Rüden 5 mal. Es verdeutlicht einmal mehr, wie sinnvoll eine Begrenzung der Deckakte ist. Aus „aus Form und Leistung geprüften Eltern“ fielen 51% der Würfe. Hier liegt sicher noch Potential für die Zukunft. Interessant sicher auch die Farbverteilung der Welpen: 1% braun, 8% braun mit Brfl., 73% Brsch und 18% Schwsch. |
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| Die Zuchtrüdenvorstellung wurde am Sonntag unter der Leitung von unserem Hauptzuchtwart Sigurd Croneiß und dem 2.Vorsitzenden Horst Linnemann durchgeführt. Sie gaben jedem Führer die nötige Zeit, dem fachkundigen Publikum den Rüden vorzustellen und besprachen ausführlich die gezeigten Hunde. Im Vorfeld gab es die Möglichkeit, sich die präsentierten Rüden auch aus der Nähe anzuschauen, ihr Haar zu befühlen und in intensiven Kontakt mit Hund und Führer zu kommen. Für uns Drahthaarigen ist es ein gewohntes Bild, mit wie viel Ruhe und Ausgeglichenheit sich diese Rüden präsentierten. Es ist schließlich keine alltägliche Situation und um so bemerkenswerter, wie sie damit umgehen. Vorgestellt wurden 53 Rüden. Darunter Rüden, die noch nicht zur Zucht eingesetzt wurden und bereits zur Zucht erfolgreich eingesetzte Rüden. Damit bietet die Zuchtrüdenvorstellung die Möglichkeit, junge und unbekannte Rüden den Züchtern vorzustellen ebenso wie die Möglichkeit sich ein Bild von Rüden zu machen, die verstärkt in der Zucht eingesetzt werden. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Ein großer Dank an alle Rüdenbesitzer, die ihre Hunde vorgestellt haben. Wenngleich die Geschmäcker ja verschieden sind, blieb bei allen Besuchern ein sehr positiver Eindruck der gezeigten Rüden zurück. Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr auf der Zuchtrüdenvorstellung der Gruppe Niederrhein wieder. In ein par Tagen findet die Hauptversammlung des VDD mit turnusmäßigen Neuwahlen zum geschäftsführenden Vorstand und der Entscheidung zu den gestellten Anträgen statt. Sicher eine mit viel Spannung erwartete Veranstaltung. Ich wünsche mir eine faire und sachbezogene Diskussion. Jan Schafberg |
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