Erste Verbandsjugendprüfung (VJP) Spanien

Auf Initiative des Beisitzers des geschäftsführenden Vorstandes des CEDD (Club Espaniol Deutsch Drahthaar) Antonio Tabares wurde Mitte des vergangenen Jahres die Idee, eine VJP in Spanien durchzuführen, geboren. Da zwischenzeitlich in Spanien eine zunehmende Zahl DD Welpen gezüchtet wird, macht es auch Sinn Prüfungen unter den landesspezifischen Gegebenheiten durchzuführen. Als Ausrichter fungierte die VDD Gruppe Rhein Maas. Auf Einladung des CEDD starteten am 27.03.09 sechs deutsche Verbandsrichter, u.a. der Vorsitzende des VDD Rhein Maas, Dr. Heinz Deimann ab Frankfurt/Main Richtung Madrid. Leider musste der Geschäftsführer des VDD Weltverbandes, Siegfried Desch und zwei weitere Verbandsrichter aus Krankheitsgründen absagen. Es war jedoch nach einer Info an das spanische Organisationsteam kurzfristig möglich, ortsansässige nationale Richter (FCI Arbeitsrichter) u.a. den Präsident des CEDD Julio Rodriguez für die Prüfung als Notrichter zu gewinnen. Somit konnte gleichzeitig auch ein wenig der deutsche Standart bei den Bewertungen auf Verbandsprüfungen mit den spanischen Arbeitsrichtern abgestimmt werden.
Am Prüfungsmorgen des 28.03.09 fanden sich im Suchenlokal, einem typisch spanischen Landgasthof (El Bar) in Tembleque, ca. 70 km südlich Madrid alle 15 gemeldeten Suchengespanne, begleitet von einer großen Zahl interessierter Begleiter, ein. Unter den Zuschauern waren auch etliche Führer anderer Jagdhundrassen (DK, Pointer, Bretone usw.). Während und nach der Prüfung zeigte sich auch aus diesem Personenkreis das große Interesse an unseren vielseitigen DD.Nach Einteilung der drei Gruppen durch den Prüfungsleiter Ignaz Fleischhauer ging es mit großer Spannung in das nahe gelegene Suchengelände. Hier standen den Prüflingen ca. 19000 ha Fläche zur Verfügung.Für uns deutsche Richter stellte sich die Frage, zu welchen Leistungen der Deutsch Drahthaar bei den vorgefundenen Bedingungen: staubtrockener Boden, sehr geringe Luftfeuchtigkeit, teils starker Wind und Temperaturen mit Spitzenwerten von 25 Grad Celsius, in der Lage sein würde. In dem leicht kupierten Gelände mit Weizen, Gerste und Brachflächen trafen wir zahlreiche Pärchen Rothühner sowie einen guten Hasenbesatz an. Im Laufe des Prüfungstages sollte das unstete Verhalten der Rothühner noch große Aufgaben an die Hunde stellen. Im Gegensatz zu unseren Rebhühnern hielt diese Hühnerart am Prüfungstag so gut wie gar nicht und forderte den Hunden bezüglich des „Festmachens“ einiges ab. Trotz dieser Schwierigkeiten konnten im Fach – Vorstehen- überwiegend gute und sehr gute Zensuren vergeben werden.
Die vorwiegend auf Brachflächen vorzufindenden Hasen wurden „wie zu Hause“ in einer breiten Streife gesucht und die Hunde gezielt angesetzt. Auf den Spuren, welche an die Hunde höchste Anforderungen stellten, trennte sich die Spreu vom Weizen. Jedem Hund konnten mindestens zwei Gelegenheiten zur Spurarbeit gegeben werden, so dass eine verlässliche Beurteilung möglich war. Sechs Hunde konnten mit dem Prädikat sehr gut bewertet werden. Nach Rückkehr in das Suchenlokal und Auswertung der Noten aller Gruppen konnte der Prüfungsleiter allen Teilnehmern zum Bestehen der VJP gratulieren und der neugierigen Korona Ergebnisse von 52 bis 75 Punkte bekannt geben.Abschließend bleibt festzuhalten, dass wir schwierige, aber prüfungskonforme Bedingungen vorgefunden haben. Die als Notrichter eingesetzten spanischen Arbeitsrichter verfügten über eine große Fachkompetenz, so dass bei der endgültigen Bewertung schnell Übereinstimmung erzielt wurde. Das Hundematerial hatte die gleiche Bandbreite wie im Mutterland Deutschland.

Wir Richter möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für die uns entgegengebrachte außergewöhnliche Gastfreundschaft bedanken und wir hoffen , dass unsere gemeinsame „Sache“ – Deutsch Drahthaar – in Spanien und in weiteren, dem Weltverband angeschlossenen Ländern, auf dem eingeschlagenen Weg fortgeführt wird.

Besonders bedanken wir uns bei Antonio Tabares und seiner Gattin Amparo, die sich während der 3 Tage - die wir in Spanien zu Gast waren - sehr fürsorglich um uns gekümmert haben. Sie standen uns nicht nur als Dolmetscher bei der Prüfung sondern auch als Reiseführer zur Verfügung. Die Einladung zu den gemeinsamen Essen im Hause Tabares haben uns einen Einblick in die spanische Gastfreundschaft gegeben, der uns in sehr freundschaftlicher Erinnerung bleiben wird.

Adios Espania - Hasta Luego

J. Hamacher, H. Honecker, Ignaz Fleischhauer