| Ein Reisebericht zur Russischen Assoziation Deutsch-Drahthaar | ||||||||||||||||
| Es gibt eine Redewendung die sagt: andere Länder – andere Sitten. Und wenn man in fremde Länder reist, weiß man nie so recht, was einen erwartet. Mir ging es da auch nicht anders, als ich meine Reise nach Russland antrat. Die russische Assoziation Deutsch-Drahthaar hatte mich zu einer Hundeprüfung eingeladen und ich war dieser Einladung sehr gern gefolgt. Mein Ziel war Jekaterinburg, eine Industriemetropole mit mehr als 1,3 Millionen Einwohner und damit die dritt größte Stadt Russlands. Jekaterinburg liegt im Ural, an der Grenze Europas und Asiens. Empfangen wurde ich am Flughafen vom Vorsitzenden Alexej Soldatov und Olesya Cyclenko und ihrem Mann. Den Nachmittag verbrachten wir mit einer Stadtrundfahrt und der Besichtigung von interessanten Sehenswürdigkeiten in Jekaterinburg. Für viele ist Jekaterinburg mit der Hinrichtung der Zarenfamilie verbunden. Darüber hinaus bietet aber die Stadt vieles interessante und sehenswerte. So werden in den Museen einzigartige Exponate ausgestellt, die von der Handwerkskunst der uralten Juweliere, Metallgießer und Steinschleifer zeugen. Und weil Kultur auch hungrig macht, stärkten wir uns mit einem traditionellen Essen. Wer Land und Leute kennen lernen möchte, sollte vor der ausländischen Küche nicht scheuen, er wird belohnt. Am Abend stieß dann noch Svetlana Nikolaevna aus Wladimir zu uns. Sie führt das Zuchtbuch im russischen Drahthaar-Verein. | ||||||||||||||||
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| Am nächsten Tag ging es mit dem Auto in die Nähe von Kurgan, etwa 450 km Richtung Osten. Während der Reise bekam ich einen kleinen Eindruck von der Größe und Schönheit dieses Landes. Es waren schier entlos wirkende Felder und Wälder. Nach etwa 5 bis 6 Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel, ein Zeltlager in freier Natur, an einem kleinen Fluss gelegen und umgeben von Wiesen und kleinen Gehölzgruppen. So nach und nach trafen nun auch die anderen Hundeführer ein und so wuchs unser Zeltlager rasch an. | ||||||||||||||||
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| Es waren hauptsächlich Deutsch-Drahthaar, aber auch Irisch Setter und ein Pointer dabei. Mir gefiel dieses Ambiente in Mitten der Natur mit den Hundeführern und ihren Vierbeinern. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und wir verbrachten sehr gesellige Stunden am Lagerfeuer bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen begann die Herbst-Field-Trail-Prüfung. Es ist eine FCI anerkannte jagdliche Prüfung für kontinentale Vorstehhunde. Hinzu kommen einige Fächer aus der uns bekannten HZP. Die Prüfung erstreckte sich über zwei Tage und Hektik und Zeitdruck sind hier Fremdwörter. So wird eine ausgedehnte Mittagspause eingelegt, in der am Feldkochherd eine köstliche Suppe entsteht. Gut gestärkt und wieder voller Tatendrang ging es dann weiter bis gegen Abend. Diese Zeit, die hier die Hundeführer, Richter und Verantwortlichen miteinander verbringen, ist mehr als nur eine Hundeprüfung. Es ist ein Wiedersehen mit Freunden, und das wird auch gefeiert. | ||||||||||||||||
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Zum Abschluss der Prüfung wurden am Sonntag allen Hundeführern die „Diplome“ übergeben und die besten Hunde mit ihren Führern prämiert. Ich habe an diesen Tagen gute bis sehr gute Leistungen gesehen. Hier und da fehlte noch der nötige Feinschliff in der Abrichtung, beispielsweise bei den Schleppen. Beeindruckend war das harmonische Miteinander der Hundeführer mit ihren vierbeinigen Jagdbegleitern. Während dieser drei Tage in diesem Feldlager entwickelte sich ein so enges Miteinander, dass sprachliche Schwierigkeiten fast keine Rolle mehr spielten. Hundeführer und Jäger sprechen doch immer die gleiche Sprache und verstehen sich. Und was sich schlecht erklären lässt, dass wird vorgemacht oder gezeigt. |
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| Der Abschied viel allen schwer, da man sich erst im kommenden Jahr wieder sieht. Auch wir machten uns gegen Nachmittag auf den Rückweg Richtung Jekaterinburg, wobei ich nie so recht wusste, wo und wie es gerade weiterging. Wir fuhren nach Polevskoj, unweit von Jekaterinburg. Hier sollte ich die Möglichkeit bekommen, den im Mai nach Russland geschickten Welpen Arko II aus dem Hühnermoor wieder zu sehen und seine neuen Besitzer kennen zu lernen. Ich wurde sehr herzlich empfangen und nach einem ausgiebigen Abendessen und einem wohl tuendem Saunagang verbrachten wir hier den Rest der Nacht. Arko hat sich in den letzten Wochen sehr gut entwickelt. Mir gefiel sein ruhiges und ausgeglichenes Wesen. Auch körperlich macht er einen fehlerfreien Eindruck. Ich bin mir sicher, dass er seinem Herrchen bei der Jagd ein sehr guter Begleiter wird und für Deutsch-Drahthaar ein exzellenter Vertreter. Die russische Assoziation Deutsch-Drahthaar ist über eine so hilfreiche Zusammenarbeit und Unterstützung sehr dankbar. So haben sich frühere Hunde aus Deutschland, wie z.B. Flori vom Kanonenturm, stark in die Zucht eingebracht und zu diesem hohen Niveau der Deutsch-Drahthaar in Russland beigetragen. | ||||||||||||||||
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Meinen letzten Tag in Russland verbrachte ich bei herrlichem Sommerwetter mit einem Stadtbummel mit Olesya. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich für die Gastfreundschaft und zahlreichen Geschenke bei den russische Freunden bedanken. Dabei gilt mein besonderer Dank Alexej, Olesya und Svetlana, die diesen Besuch für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis machten. Vielen Dank. Jan Schafberg |
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